…ich bin müde! • Vom Schlafen und Wünschen

Am Sylvestermorgen 2015, dem letzten Tag des Jahres, schrieb ich einen Beitrag auf Instagram, mit folgendem Worten:

So…

Wir sind bereit! 

Was für ein Jahr!

Es folgt der wohl persönlichste Beitrag, denn es von mir je gab.

Als wir uns entschieden haben, gemeinsame Kinder zu bekommen, war sofort klar, dass es zwei sein sollen. 

Ein Teilzeit-Einzelkind kam für uns nicht in Frage. 

Aber so schnell hintereinander?

Ich weiß gar nicht mehr, warum ich eigentlich einen Test gemacht habe? Bei den drei Großen habe ich gar keinen gebraucht, mein Gefühl sagte mir, dass ich schwanger bin und die Freude war sofort riesengroß. 

Und diesmal sind da einfach so zwei Striche!

Ich habe einfach nicht damit gerechnet, dass ein Test positiv sein könnte.

Meine ersten Gedanken waren: “Das will ich nicht!” “Das schaffe ich nicht!” “Dafür bin ich momentan noch nicht bereit!” 

Und ich gebe zu, ich hatte richtig Angst.

Zwischen der Theorie -Ja wir wollen noch ein Kind!- und dem tatsächlichen -wir sind nächstes Jahr 1 mehr-,  lagen plötzlich Welten! .

Wir haben im Urlaub sehr viel darüber gesprochen, ja auch über die Alternative.

Aber ich wäre meines Lebens nicht mehr froh geworden. Und ein Kind nicht zu wollen, um dann ein Jahr später nochmal gezielt schwanger zu werden…

Also Du, Du, Du sind erwünscht, Du leider nicht und Du darfst wieder bleiben?

Das hätten wir nie niemals gekonnt!!

Ich weiß, dass die nächsten Jahre, unglaublich anstrengend für mich werden.

Herr B. wird beruflich nicht eine Sekunde kürzer treten können und den Großen weniger Aufmerksamkeit zu geben, ist für mich keine Option.

Aber viele Gespräche, lassen mich zuversichtlich in die Zukunft blicken und ich freue mich nun drauf!

Was ich eigentlich sagen will, es ist in Ordnung negative Gefühle zu haben. Es ist  okay wenn man Angst hat und es ist wichtig drüber zu reden!

Denn nur so kann man einen anderen Blickwinkel, auf eine Situation bekommen.

Ich freue mich mittlerweile auf das neue Leben, was in mir wächst und ich weiß, dass uns eine tolle Zeit bevorsteht.

An diesem letzten Tag des Jahres, würde ich mich als überaus glücklich und dankbar bezeichnen. #2016 du wirst voller Herausforderungen stecken, aber ich nehme sie an! 

 

 

Und jetzt blicke ich auf die vergangenen Monate zurück, auf fast zwei Jahre und mich überkommt eine unglaubliche Erschöpfung.  Vier Kinder, die täglich versorgt werden wollen.

Ich bin müde…

Aber an Schlaf ist nicht zu denken.

Nein, in Wirklichkeit habe ich seit über drei Jahren nicht mehr richtig geschlafen.

Ich träume (wie witzig das in diesem Zusammenhang klingt) davon, mal so richtig auszuschlafen. So in einem riesigen frischbezogenen Federbett. Für mich heißt frische Bettwäsche sonst nur: drei Waschmaschinenladungen extra, inkl: trocknen, zusammenlegen, wegräumen und natürlich neu beziehen. Es ist also mit einem enormen Aufwand verbunden.

Also, es müsste einfach frische Bettwäsche drauf sein, ohne das ich etwas dafür tun muss.

Und ich möchte Gardinen, die zu sind und es angenehm dunkel machen. Ich möchte, dass das Fenster dahinter offen ist, aber trotzdem kein Straßenlärm zu mir dringt.

Eventuell mal aufzuwachen, und mich dann aber wieder in meine Decke zu kuscheln und mich umzudrehen. Mit Platz, ohne an jemanden anzuecken, wenn man sich ausstreckt. Eigentlich spielt es nicht mal eine Rolle, ob ich wirklich schlafe, der Luxus liegenbleiben zu können…

Ja, das wär´s!

Die Realität sieht anders aus, erschreckend anders. Ich kann nicht mehr sagen, wann genau ich das letzte Mal länger als zwei Stunden am Stück geschlafen habe, oder wann ich das letzte Mal einfach “nur” krank sein konnte.

Ganz gleich, ob der Kopf schmerzt, der Darm drückt, der Hals kratzt, ich muss immer weiter machen. Immer!

Diese Unersetzlichkeit frißt mich langsam auf. Was ist, wenn es mal was Ernsthaftes ist? Was, wenn ich mal ins Krankenhaus muss? Vielleicht sogar ein längerer Aufenthalt?

Irgendwie sagt mir dieser Gedanke grade zu. Ach ja, ein Krankenhaus wäre komplett ausreichend, solange es ein Bett und drei Mal täglich Essen gibt. Ein Bett…ein eigenes Bett…nur für mich alleine…ohne milchsaugende Monster…und ohne schnarchenden Partner…wie himmlisch das doch klingt. Kann man sich eigentlich auch freiwillig einliefern lassen? Also nicht einweisen, denn ich bezweifle, dass ich in einer Psychiatrie die Ruhe bekommen würde. Sondern in ein normales Krankenhaus, oder meinetwegen auch eine Kur. Oder ein Fünfsterne-Wellnesshotel…

Nein, das wäre zu auffällig und ich könnte es nicht rechtfertigen.

Rechtfertigen… das müssen wir Mütter uns ständig. Schließlich haben wir den ganzen Tag nichts anderes zu Tun, als uns um das bisschen Haushalt zu kümmern…müssen arbeitende Mütter ja auch…und um uns um ein/zwei/drei oder vielleicht auch vier Kinder zu kümmern….schaffen Erzieherinnen und Lehrer ja auch…

Also warum stellen wir uns so an?

Warum beschweren wir uns?

Wie können wir es uns raus nehmen, um Hilfe zu bitten?

Aber wie unersetzlich bin ich eigentlich?

Als Mutter ist man immer nur so unersetzlich, wie man es zulässt.

Und man ist ganz sicher nicht alleine für den Nachwuchs verantwortlich. Es liegt an mir, andere Personen mit einzuspannen. Papa kann sich morgens auch mal um die Kinder kümmern. Oma würde sich sicher freuen, einen Nachmittag auf dem Spielplatz zu verbringen. Oder die Nachbarskinder über einen Spielbesuch.

Eigentlich muss ich es nur wollen. Ich muss es organisieren, ich muss mich emotional frei machen. Aufhören, zu denken, dass niemand anderes sich so gut um meine Kinder kümmern kann, wie ich. Es schadet Kindern nicht, wenn mal nicht zu 100% auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Sich mit unterschiedlichen Charakteren auseinanderzusetzen, ist wichtig und bereichert sie. Nur so können sie selbständig werden und lernen mit anderen Menschen klar zu kommen.

War das jetzt ein richtiger Satz? Ihr merkt, ich bin zu müde.

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